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Potenzial Autonomes Fahren


Geschäftsführer Josef Wallenberger über eine der maßgeblichsten Innovationen der näheren Zukunft für die nachhaltige Standortentwicklung des ländlichen Raumes.

Zukunft vorausdenken, nicht voraussagen

Die Chancen neuer technologischer Entwicklungenrechtzeitig nutzen.

Erkenntnisse aus unterschiedlichsten Regionalanalysen und Entwicklungsprojekten zeigen die Bedeutung des Themas Mobilität bzw. Erreichbarkeit für die Entwicklung von Wohn- und Wirtschaftsstandorten ländlicher Regionen.

Zudem ist einer der drei großen Transformationsprozesse in derRegionalentwicklung die Digitalisierung. Aus der Befassung mit diesen beiden Bereichen wurde die Bedeutung des „Automatisierten Fahrens“ für den ländlichen Raum abgeleitet.

Um zu klären, wie das Thema auf die Region wirkt und welche Innovationen, Chancen, aber auch welche Herausforderungen es birgt, braucht es ein offensives Herangehen, um möglichst früh das Thema „Autonomes Fahren“ an Betriebe, Gemeinden und betroffene Organisationen und Fachabteilungen heranzutragen und Infrastrukturmaßnahmen einzuleiten.

Wobei es hier nicht nur um die Technologieentwicklung geht,sondern besonders um die Frage, wie die Technologien auf die Region wirken und welche Vorsorgen getroffen werden müssen, um möglichst frühzeitig die Standortqualität zusteigern. Dazu entstehen gerade unterschiedliche Projekte in Salzburg und Niederösterreich.

Automatische und vernetzte Fahrzeuge ermöglichen hohe Flexibilität in einem intermodalen Verkehrssystem. Routenoptimierung, an persönliche Vorlieben und Wünsche angepasste Fahrzeiten, sichere und komfortable Anschlussmobilität an intermodalen Umstiegspunkten inkludieren neue Fahrzeugkonzepte und Informations- und Buchungsdienste [1].

Erste Themenfelder wurden sondiert und Ideen abgeleitet: Zubringersysteme ÖPNV, Auswirkungen auf Güterlogistik, Auswirkungen auf Nahversorgung und Angebote der Daseinsvorsorge, Anforderung an künftige Infrastrukturmaßnahmen, Akzeptanz bei Betrieben, Gemeinden und Nutzer.innen.

Zukunft kann man nicht verhindern, aber gestalten

Natürlich werden wir noch eine lange Zeit Mischverkehre erleben. Autos haben schließlich immer noch Lebenszyklen von 25 und mehr Jahren. Die Zeit, in der autonomes Fahren zum Alltag gehören wird,rückt aber immer näher. In den USA wird die Fortbewegungsmethode der Zukunft aktiv erforscht und bereits auf öffentlichen Straßen getestet. In Österreich werden gerade die ersten Teststrecken sondiert. Verkehrsexperten gehen davon aus, dass es nur noch fünf bis zehn Jahre dauern wird, bis auch hierzulande die ersten autonom fahrenden Autos im regulären Straßenverkehr unterwegs sind.

Bis es so weit ist, stehen nicht nur die Autohersteller,sondern auch Gemeinden, Regionen und Bundesländer vor großen Herausforderungen: Von der flächendeckenden Infrastruktur samt Sensorik, der Digitalisierung der Strecken und der Angebote bis hin zu Auswirkungen auf Regionen, Standorte und Lebensbereiche. Aber auch die Usability für die Bevölkerung und die Akzeptanz von selbstfahrenden Fahrzeugen werden noch spannende Themen sein. Ebenso sind ethische und rechtliche Fragen zu klären. Ganz zu schweigen von sozialen Aspekten. Wer kann sich die selbstfahrenden Luxuslimousinen leisten und wer ist auf öffentliche Zubringer angewiesen?

Jedenfalls wird es Standorte massiv verändern. Gepaart mit 3D-Druck und immer stärkerer Ausgliederung unternehmerischer Prozesse in kleine Einheiten entstehen neue Chancen für den ländlichen Raum als Wirtschaftsstandort. Stichwort sinkende Entfernungskosten.

Autonomes Fahren hat das Potenzial, wie seit langem keine technologische Entwicklung mehr, unsere Gesellschaft und Wirtschaft auf einscheidende Art und Weise zu verändern.

Aber so vielfältig die Möglichkeiten erscheinen, so viele Fragen werden auch aufgeworfen. Um eine erfolgreiche Einführung zu gewährleisten, muss:

  • autonomes Fahren effizient und akzeptabel in den privaten und beruflichen Alltag integriert werden,
  • ein echter Bedarf abgedeckt werden (statt zusätzlicher CO2 Belastung),
  • ein möglichst hoher gesellschaftlicher Nutzen durch die Berücksichtigung der verschiedenen Zielgruppen und Anwendungsfälle gesichert werden (wie z.B. die alternde Bevölkerung, die Anschlusssicherung im ländlichen Raum, die Nahversorgung oder die Erreichbarkeit von medizinischen Einrichtungen),
  • der Anforderungskatalog an Infrastruktur, Disparitäten und an die Leistbarkeit geklärt werden und
  • auf soziale und ökonomische Folgen reagiert werden (Branchenerfordernisse, Qualifizierung,Arbeitsmarkt, Standortfaktor Spatial–Economics).

Die wesentlichen Erfolgsfaktoren hierfür wurden noch nicht systematisch identifiziert und eine übergreifende systemische Nutzungsperspektive ist in bisherigen und aktuell aufgebauten Testfeldern des autonomen Fahrens noch nicht eingenommen worden.

Strategische Entwicklung beruht auf Zukunftsbildern, die nicht nur vom Momentum medialer Hypes oder Modethemen abhängen. Es gilt, wesentliche Auswirkungen und Anforderungen für ländliche Regionen zu identifiziert, um zeitgerecht darauf reagieren zu können.

Spezielle Behandlung folgender Fragen

  • Welche Formen des vernetzten autonomen Fahrens sind speziell für den ländlichen Raum von Bedeutung?
  • Welche Kooperationen sind notwendig, um autonomes Fahren zu ermöglichen?
  • Welchen Mehrwert bringt vernetztes autonomes Fahren für Betriebe,Bürgerinnen und Bürger?
  • Wie schafft man die erforderliche Akzeptanz für vernetztes autonomes Fahren?
  • Welche Auswirkungen hat vernetztes autonomes Fahren auf dasMobilitätsverhalten und in weiterer Folge auf die Entwicklung des ländlichenRaumes?
  • Wie verändert autonomes Fahren die Standortqualität des ländlichen Raums am Beispiel Waldviertel (Güterlogistik, Produktivität, Zubringer und Anschlusssysteme)?

[1] Quelle: bmvit

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