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Studie über die Ausbaumöglichkeiten der Franz-Josefs-Bahn


im Bild v. l.: Raimund Hengl, Michaela Roither, Werner Prachterstorfer, NR Konrad Antoni, Wolfgang Schroll, Thomas Salzer, Karl Wilfing, Jürgen Maier, Christof Kastner und NR Werner Groiß © IV NÖ

Beim Treffen der Industriegruppe Waldviertel am 5. September ging es in erster Linie um die Bahnverbindung zwischen Gmünd, Horn und Wien. Eine aktuelle Studie über die Ausbaumöglichkeiten der Franz-Josefs-Bahn wurde präsentiert. Dazu GF Josef Wallenberger: "Ambitioniertes, aber realisierbares Gesamtpaket".

Die Franz-Josefs-Bahn

Täglich nutzen 2400 Menschen im Waldviertel die Franz-Josefs-Bahn, die die Anbindung der Region ab Gmünd an  Wien ermöglicht. Auch für die Betriebe spielt die Bahnstrecke eine wichtige Rolle - sei es in Bezug auf den Güterverkehr oder eine bessere Erreichbarkeit für Pendler.innen. Aus diesem Grund hat sich die Industriellenvereinigung NÖ seit längerem für einen Ausbau der Strecke eingesetzt.

Exklusive Studienpräsentation für die Industriegruppe Waldviertel 

Die dazu erforderlichen Maßnahmen wurden nun in einer Studie vom Land NÖ ermittelt, deren Ergebnisse beim Industriestammtisch am 5. September 2016 exklusiv am Bahnhof Sigmundsherberg präsentiert wurden. Davor war es den Gästen möglich an einer Führung durch die Sonderausstellung "150 Jahre Franz-Josef-Bahn" unter der Leitung von Rupert Öhlknecht teilzunehmen. 

Insgesamt nahmen rund 40 Gäste am Stammtisch teil, den die IV-NÖ gemeinsam mit dem Wirtschaftsforum Waldviertel organisierte. Auch Verkehrslandesrat Karl Wilfing, Landesrat Maurice Androsch und IV NÖ-Präsident Thomas Salzer waren mit dabei. 

Drei Pakete für Ausbau geplant 

Der Ausbauplan der Franz-Josefs-Bahn umfasst laut Studie im wesentlichen drei Schritte, wie Werner Pracherstorfer, Leiter der Gruppe Raumordnung und Verkehr im Land NÖ, und Wolfgang Schroll, Geschäftsführer der VOR GmbH gemeinsam erklärten: 

Zunächst solle die Strecke modernisiert werden, sodass acht Minuten Zeitgewinn bis Wien-Heiligenstadt erreicht werden können.

Im zweiten Schritt wäre eine 3,1 Kilometer lange Direktanbindung der Bezirkshauptstadt Horn erforderlich. Dadurch könnten insbesondere Güterzüge leichter auf der ausweichen. 

Das dritte Maßnahmenpaket umfasse konkrete Neubauschritte, etwa durch Streckenbegradigungen. Dadurch soll eine Fahrzeit von einer Stunde und 33 Minuten zwischen Gmünd und Wien-Hütteldorf erreicht werden - Pendler.innen ersparen sich dadurch mehr als eine halbe Stunde. 

Finanzierung derzeit noch offen

Das dazu notwendige Gesamtinvestitionsvolumen beträgt laut Pracherstrofer rund 910 Millionen Euro. Er rechnet damit, dass es mindestens zehn Jahre dauern wird, bis alle notwendigen Maßnahmen umgesetzt werden können. Die Finanzierung des Streckenausbaus ist derzeit noch offen. Verkehrslandesrat Karl Wilfing gab sich in seinem Impulsstatement jedoch optimistisch: "Wir müssen uns das gemeinsam mit dem Bund ansehen. Niederösterreich wird sich natürlich bei der Finanzierung beteiligen müssen, und bei den Neubauten sind wir auf die Unterstützung der ÖBB angewiesen." Eine bessere Anbindung nach Tschechien sei ebenfalls geplant, wie Pracherstorfer erklärte: "Es soll wieder eine umstiegsfreie Verbindung zwischen Wien und Budweis geben. Die Gespräche mit Tschechien laufen bereits." 

Wallenberger: "Ambitioniertes, aber realisierbares Gesamtpaket"

Josef Wallenberger, Obmann des Regionalverbandes Waldviertel, sprach in diesem Zusammenhang von einem ambitionierten, aber auch realisierbaren Gesamtpaket: "Endlich liegt etwas auf dem Tisch." Industriegruppensprecher Raimund Hengl hoffte, dass die verschiedensten Standpunkte bei der Umsetzung der Maßnahmen berücksichtigt werden, sodass auch der Güterverkehr für die Waldviertler Betriebe nicht eingeschränkt werde. 

Quelle: www.iv-niederoesterreich.at