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Projekt SOIL WALKS gestartet


Mit Walk & Talk und einem eigens entwickelten Dashboard zur Datendarstellung einen Beitrag leisten zu einer nachhaltigen, breiten wirksamen Bewusstseinsbildung für Flächeninanspruchnahme, Versiegelung und Innenentwicklung. Das ist das Ziel des neuen österreichweiten Projektes, das wir in den nächsten Wochen gemeinsam mit der TU Wien und dem Umweltbundesamt umsetzen werden. Dabei handelt es sich um einen Forschungsauftrag des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus. 

Anlass des Projektes

Ähnlich wie der Klimawandel sind Inanspruchnahme und Versiegelung wertvollen Bodens in Österreich Themen, welche rasches Handeln erfordern, in der breiten Bevölkerung jedoch noch nicht in der erforderlichen Dringlichkeit angekommen ist. 

Neben der Bedeutung für die Nahrungsmittelversorgung und Biomasseproduktion sowie als Lebensraum für Mensch, Tiere und Pflanzen kommt dem Boden auch bei der Bekämpfung des Klimawandels eine wesentliche Rolle zu, etwa als Wasser- und Kohlenstoffspeicher.

Der Druck auf die verfügbaren Bodenreserven durch Nutzungsintensivierung und die gleichzeitige Forderung nach Bodenschutz ist beträchtlich, da der Dauersiedlungsraum nur rund ein Drittel der Gesamtfläche ausmacht. Für politische Entscheidungsträger:innen ist es daher wesentlich, Verständnis und Rückhalt in der Bevölkerung für die notwendigen Schutz- und Anpassungsmaßnahmen zu finden. Das Ziel, die Flächeninanspruchnahme und damit die Bodenversiegelung zu verringern, ist für viele Menschen immer noch abstrakt und schwer greifbar.

Projektinhalte

Das Projekt „Soil Walks“ untersucht, wie mit einem Walk & Talk-Format (angelehnt an die Spaziergangswissenschaft nach Burckhardt) ein Beitrag zu einer nachhaltigen, breiten wirksamen Bewusstseinsbildung für Flächeninanspruchnahme, Versiegelung und Innenentwicklung geleistet werden kann. Beim Spaziergang durch die Gemeinde werden die Themen gemeinsam mit Entscheidungsträger:innen und Bewohner:innen diskutiert und vergegenwärtigt, um das Verständnis für die Problematik zu erhöhen, Betroffenheit als motivierenden Impuls zur aktiven Partizipation hervorzubringen und die Akzeptanz raumplanerischer Maßnahmen zum sorgsamen Umgang mit dem Boden zu steigern.

Als unterstützendes Tool wird - ebenfalls im Rahmen dieses Projektes - ein interaktives Dashboard zur Darstellung von Daten zu Flächeninanspruchnahme, Flächenversiegelung und unbebautem Bauland (Baulandreserven) entwickelt.

Im März 2024 wird das Walk & Talk Konzept in zwei Pilotgemeinden im Waldviertel getestet, - beides Mitglieder des Vereines Interkomm. Die Auswahl erfolgt anhand von gemeinsam entwickelten Kriterien. Nach einer Überarbeitung der Methode folgen weitere drei Soil Walks in unterschiedlichen Regionen Österreichs. Mittels dieser Testanwendungen wird die Methode erprobt und geschärft, sodass die Inhalte am Ende des Projektes gut verständlich und ansprechend in Schulungsvideos und Publikationen aufbereitet werden können.